Zum Hauptinhalt springen
Gehalt28. Juli 2026Von der Genieportal-Redaktion

Steuerreform 2027: Was die Koalitionspläne für Arbeitnehmer bedeuten

Die Koalition hat Anfang Juli 2026 eine Einkommensteuerreform vereinbart: Entlastung für kleine und mittlere Einkommen ab 2027, höherer Grundfreibetrag, mehr Kindergeld – und ein höherer Spitzensteuersatz für Topverdiener. Der Überblick.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Koalitionsausschuss hat Anfang Juli 2026 eine Einkommensteuerreform vereinbart: rund 10 Milliarden Euro Entlastung pro Jahr für kleine und mittlere Einkommen ab 1. Januar 2027.
  • Geplant: höherer Grundfreibetrag, flacherer Tarif in der zweiten Zone, später greifender Spitzensteuersatz, höherer Arbeitnehmer-Pauschbetrag, mehr Kindergeld und Kinderfreibetrag.
  • Gegenfinanzierung u. a. über die Reichensteuer: 45 % ab 250.000 Euro, 47 % ab 280.000 Euro.
  • Beispiel: Familie mit zwei Kindern und 60.000 Euro Einkommen würde ab 2028 über 600 Euro pro Jahr sparen.
  • Noch kein Gesetz – bis zum Abschluss des Verfahrens gilt der heutige Steuertarif.

Anfang Juli 2026 hat sich der Koalitionsausschuss von CDU/CSU und SPD auf ein Reformpaket mit 34 Maßnahmen geeinigt – Herzstück ist eine Einkommensteuerreform ab dem 1. Januar 2027. Das Entlastungsvolumen: rund 10 Milliarden Euro pro Jahr, gezielt für kleine und mittlere Einkommen.

Einordnung: Das ist eine politische Einigung der Koalitionsspitzen – noch kein Gesetz. Das Gesetzgebungsverfahren steht noch aus; Details können sich ändern. Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald der Bundestag entschieden hat.

Die geplanten Entlastungen im Überblick

  • Höherer Grundfreibetrag: Der steuerfreie Teil des Einkommens soll steigen.
  • Abflachung der zweiten Tarifzone: Der Steuertarif steigt im mittleren Bereich langsamer an – das entlastet mittlere Einkommen spürbar.
  • Spitzensteuersatz greift später: Die Einkommensgrenze, ab der der Spitzensteuersatz gilt, soll nach oben verschoben werden.
  • Höherer Arbeitnehmer-Pauschbetrag: Mehr Werbungskosten werden automatisch anerkannt – ohne Belege.
  • Mehr für Familien: Kindergeld und Kinderfreibetrag sollen steigen.

Wer zahlt mehr?

Zur Gegenfinanzierung soll die sogenannte Reichensteuer ausgeweitet werden: 45 Prozent ab 250.000 Euro und 47 Prozent ab 280.000 Euro zu versteuerndem Einkommen. Für die große Mehrheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ändert sich dadurch nichts.

Was bringt das konkret?

Nach den Berechnungen zur Einigung würde eine berufstätige Familie mit zwei Kindern und einem gemeinsamen zu versteuernden Einkommen von 60.000 Euro ab 2028 (voller Wirkung) über 600 Euro pro Jahr entlastet – verglichen mit heute.

Ab wann gilt das?

Die Entlastungen sollen zum 1. Januar 2027 starten und teils stufenweise bis 2028 ihre volle Wirkung entfalten. Voraussetzung ist, dass das Gesetzgebungsverfahren rechtzeitig abgeschlossen wird. Bis dahin gilt der aktuelle Steuertarif unverändert.

Was kannst du jetzt tun?

  • Nichts überstürzen: Für 2026 ändert sich nichts an deiner Steuer.
  • Gehaltsverhandlung im Blick behalten: Sinkende Steuerlast ab 2027 erhöht dein Netto zusätzlich zu jeder Gehaltserhöhung – unser Beitrag zu Gehaltsverhandlungen hilft bei der Vorbereitung.
  • Steuererklärung nutzen: Unabhängig von der Reform holen viele Beschäftigte mit der Erklärung mehrere hundert Euro zurück.

Quellen

Grundlage sind die Beschlüsse des Koalitionsausschusses von Anfang Juli 2026, wie sie von der Bundesregierung sowie übereinstimmend von Steuerberatungsgesellschaften und Industrie- und Handelskammern veröffentlicht wurden (Stand: Juli 2026). Da das Gesetzgebungsverfahren läuft, können sich Details ändern.

Weiterlesen

Häufige Fragen

Ab wann soll die Steuerreform gelten?
Die Entlastungen sollen zum 1. Januar 2027 starten und bis 2028 ihre volle Wirkung entfalten – vorausgesetzt, das Gesetzgebungsverfahren wird rechtzeitig abgeschlossen. Für 2026 ändert sich nichts.
Wer profitiert von der Reform?
Vor allem kleine und mittlere Einkommen – durch höheren Grundfreibetrag, flacheren Tarifverlauf und höheren Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Familien profitieren zusätzlich durch mehr Kindergeld und höhere Kinderfreibeträge.
Wer zahlt künftig mehr Steuern?
Nach den Plänen Topverdiener: Die Reichensteuer soll 45 Prozent ab 250.000 Euro und 47 Prozent ab 280.000 Euro zu versteuerndem Einkommen betragen. Die große Mehrheit der Beschäftigten ist davon nicht betroffen.
Ist die Steuerreform schon beschlossen?
Nein. Es handelt sich um eine politische Einigung des Koalitionsausschusses von Anfang Juli 2026. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen – Details können sich im Verfahren ändern.

Verwandte Artikel

Bereit für deinen Traumjob?

Finde passende Jobs und bewirb dich direkt über Berufsgenie.

Stand: Juli 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr