Fluglotsen und Fluglotsinnen überwachen und steuern den Luftverkehr, um einen sicheren und geordneten Ablauf im Luftraum und auf dem Flughafen zu gewährleisten. Sie erteilen Start- und Landefreigaben, leiten Flugzeuge durch ihren Zuständigkeitsbereich und koordinieren den Verkehr auch bei schlechten Wetterbedingungen. Die Ausbildung bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) dauert etwa drei Jahre und gehört zu den anspruchsvollsten Ausbildungen in Deutschland – mit einer hohen Durchfallquote im Auswahlverfahren. Der Beruf verlangt höchste Konzentration, schnelle Entscheidungsfähigkeit und ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen. Fluglotsen gehören zu den bestbezahlten Fachkräften im öffentlichen Dienst.
Der Schichtdienst beginnt mit dem Briefing über aktuelle Wetterbedingungen, Sperrgebiete und besondere Flugbewegungen. Am Radarbildschirm oder im Tower überwachen Fluglotsen ihren Sektor und erteilen Anweisungen an die Piloten. Die Konzentration muss dabei durchgehend auf höchstem Niveau sein. Nach maximal zwei Stunden am Arbeitsplatz folgt eine vorgeschriebene Pause, um die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten. Schichten wechseln zwischen Früh-, Spät- und Nachtdienst, wobei die Arbeitszeit deutlich unter dem Durchschnitt anderer Berufe liegt.
Die Deutsche Flugsicherung bildet regelmäßig neue Fluglotsen aus, um den steigenden Luftverkehr zu bewältigen und altersbedingte Abgänge zu kompensieren. Die Auswahlkriterien sind extrem hoch – nur ein kleiner Prozentsatz der Bewerber/innen besteht das mehrstufige Auswahlverfahren. Wer die Ausbildung erfolgreich abschließt, hat eine Jobgarantie mit herausragender Vergütung. Die Automatisierung wird den Beruf verändern, aber menschliche Fluglotsen bleiben auf absehbare Zeit unverzichtbar.