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Berufswechsel1. Februar 2026

Studium nachholen neben dem Beruf: Möglichkeiten und Förderung

Ein Studium neben dem Beruf eröffnet neue Karrierechancen. Erfahre, welche Studienmodelle es gibt, wie die Finanzierung funktioniert und worauf du achten solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Akademiker verdienen im Schnitt 40 bis 60 Prozent mehr als Nicht-Akademiker
  • Fernstudium, Abendstudium und duales Studium bieten unterschiedliche Flexibilität
  • Studieren ohne Abitur ist mit Berufsausbildung und Berufserfahrung möglich
  • Aufstiegs-BAföG fördert mit bis zu 15.000 Euro, 50 Prozent als Zuschuss
  • Studiengebühren sind als Werbungskosten steuerlich absetzbar
  • Rechne mit 15 bis 25 Stunden Lernaufwand pro Woche neben dem Vollzeitjob
  • Berufsbegleitende Abschlüsse sind in der Wirtschaft voll anerkannt

Warum ein berufsbegleitendes Studium?

Die Entscheidung, neben dem Beruf zu studieren, ist ein großer Schritt – aber einer, der sich lohnen kann. Ein akademischer Abschluss öffnet Türen zu Führungspositionen, höheren Gehältern und neuen Karrieremöglichkeiten. Laut Gehaltsstatistiken verdienen Akademiker im Durchschnitt 40 bis 60 Prozent mehr als Fachkräfte ohne Hochschulabschluss.

Besonders attraktiv ist ein berufsbegleitendes Studium für Berufserfahrene, die ihre Praxiskenntnisse mit theoretischem Wissen verbinden möchten. Du behältst dein Einkommen, sammelst weiter Berufserfahrung und erwirbst gleichzeitig einen anerkannten Abschluss. In Zeiten des lebenslangen Lernens wird diese Kombination immer wertvoller.

Welche Studienmodelle gibt es?

Das klassische Abendstudium findet nach Feierabend und am Wochenende statt, meist an einer lokalen Hochschule. Die Vorlesungen sind fest terminiert und erfordern regelmäßige Präsenz. Dieses Modell eignet sich für Menschen, die den persönlichen Kontakt zu Dozenten und Kommilitonen schätzen und eine feste Struktur brauchen.

Das Fernstudium bietet maximale Flexibilität. Du lernst hauptsächlich zu Hause mit digitalen Materialien und nimmst nur zu wenigen Präsenzterminen teil. Anbieter wie die FernUniversität Hagen, die IU Internationale Hochschule oder die Wilhelm Büchner Hochschule ermöglichen es, das Lerntempo individuell anzupassen. Dieses Modell verlangt allerdings viel Selbstdisziplin.

Das duale Studium mit vertiefter Praxis richtet sich vor allem an Berufstätige, die gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber studieren. Theorie und Praxis wechseln sich ab, und der Arbeitgeber unterstützt das Studium finanziell und mit Freistellungen. Dieses Modell ist besonders in Ingenieurwesen und BWL verbreitet.

Zugangsvoraussetzungen ohne Abitur

Ein häufiges Missverständnis: Du brauchst nicht zwingend Abitur, um zu studieren. In allen Bundesländern gibt es Wege zum Studium ohne Hochschulreife. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung kannst du an vielen Hochschulen zugelassen werden – entweder über eine Eignungsprüfung, ein Probestudium oder eine direkte Zulassung.

Meister, Techniker und Fachwirte mit einem IHK- oder HWK-Abschluss haben sogar die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung und können jedes Fach studieren. Diese Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung ist eine wichtige Errungenschaft, die noch zu wenig bekannt ist.

Kosten und Finanzierung

Die Kosten für ein berufsbegleitendes Studium variieren stark. Staatliche Hochschulen erheben nur Semestergebühren von 100 bis 400 Euro pro Semester. Private Hochschulen können zwischen 200 und 900 Euro pro Monat kosten – für ein komplettes Studium kommen schnell 15.000 bis 30.000 Euro zusammen.

Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche Finanzierungsmöglichkeiten. Das Aufstiegs-BAföG (ehemals Meister-BAföG) fördert Fortbildungen mit bis zu 15.000 Euro – davon 50 Prozent als Zuschuss. Bildungskredite der KfW bieten günstige Konditionen. Viele Arbeitgeber beteiligen sich an den Studienkosten oder stellen dich für Prüfungen frei. Und die Studiengebühren sind als Werbungskosten oder Sonderausgaben steuerlich absetzbar.

Zeitmanagement: Der Schlüssel zum Erfolg

Ein berufsbegleitendes Studium erfordert in der Regel 15 bis 25 Stunden pro Woche zusätzlich zum Vollzeitjob. Das bedeutet: Abende, Wochenenden und Urlaub werden zum Teil mit Lernen verbracht. Ein realistisches Zeitmanagement ist überlebenswichtig.

Plane feste Lernzeiten ein und halte dich daran. Kommuniziere deine Studienverpflichtungen klar gegenüber Familie, Freunden und Arbeitgeber. Nutze digitale Tools wie Lern-Apps, Zeitmanagement-Software und Online-Lerngruppen. Und sei ehrlich zu dir selbst: Ein berufsbegleitendes Studium dauert oft 4 bis 6 Jahre. Das ist ein Marathon, kein Sprint.

Anerkennung und Karriereeffekt

Abschlüsse von akkreditierten Hochschulen sind in der Wirtschaft voll anerkannt – egal ob du in Vollzeit, Teilzeit oder berufsbegleitend studiert hast. Auf dem Zeugnis steht nicht, wie du studiert hast. Arbeitgeber wissen allerdings, dass ein berufsbegleitendes Studium zusätzliche Disziplin, Organisationstalent und Belastbarkeit erfordert – Eigenschaften, die auf dem Arbeitsmarkt hoch geschätzt werden.

Der Karriereeffekt zeigt sich oft schon während des Studiums. Viele Berufstätige berichten, dass sie durch das Studium im aktuellen Job mehr Verantwortung übernommen haben, weil sie neues Wissen direkt anwenden konnten. Nach dem Abschluss stehen dann oft Beförderung, Gehaltserhöhung oder der Wechsel in eine anspruchsvollere Position an.

Tipps für den erfolgreichen Start

Informiere dich gründlich über verschiedene Hochschulen und Studiengänge. Achte auf die Akkreditierung, die Studienorganisation und die Erfahrungen anderer Studierender. Sprich mit deinem Arbeitgeber über mögliche Unterstützung. Und starte mit einer realistischen Erwartungshaltung: Ein berufsbegleitendes Studium ist anspruchsvoll, aber machbar – Tausende schaffen es jedes Jahr.

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Häufige Fragen

Wie lange dauert ein berufsbegleitendes Studium?
Ein berufsbegleitender Bachelor dauert in der Regel 6 bis 8 Semester (3 bis 4 Jahre), ein Master 4 bis 6 Semester (2 bis 3 Jahre). Viele Hochschulen bieten flexible Modelle an, bei denen du die Studiendauer individuell anpassen kannst.
Kann ich mit einer Ausbildung ohne Abitur studieren?
Ja, in allen Bundesländern gibt es Wege zum Studium ohne Abitur. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und mindestens drei Jahren Berufserfahrung kannst du an vielen Hochschulen zugelassen werden. Meister und Fachwirte haben sogar die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung.
Muss mein Arbeitgeber mich für Prüfungen freistellen?
Einen gesetzlichen Anspruch auf Freistellung für ein berufsbegleitendes Studium gibt es nicht. Viele Arbeitgeber unterstützen Studierende aber freiwillig mit Freistellungen für Prüfungen oder Präsenzphasen. Sprich frühzeitig mit deinem Vorgesetzten darüber.
Ist ein Fernstudium genauso anerkannt wie ein Präsenzstudium?
Ja, sofern die Hochschule staatlich anerkannt und der Studiengang akkreditiert ist. Der Abschluss ist rechtlich gleichwertig – ob du in Präsenz, im Fernstudium oder berufsbegleitend studiert hast, steht nicht auf dem Zeugnis.

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Stand: Februar 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr