Staatsanwälte leiten Ermittlungsverfahren und vertreten die Anklage vor Gericht. Sie sind das Bindeglied zwischen Polizei und Gericht und entscheiden, ob ein Fall angeklagt wird oder nicht. Der Beruf erfordert juristisches Fachwissen auf höchstem Niveau, Durchsetzungsvermögen und die Fähigkeit, auch unter Druck sachlich und fair zu bleiben. Staatsanwälte sind Beamte und genießen die Vorteile des öffentlichen Dienstes – mit dem Nachteil, dass sie deutlich weniger verdienen als Anwälte in Großkanzleien. Dafür bieten sie den Reiz der Macht: Sie entscheiden über Anklagen und können echte gesellschaftliche Wirkung entfalten.
Morgens: Ermittlungsakten lesen und bewerten – reicht das für eine Anklage? Welche Ermittlungsmaßnahmen sind noch nötig? Vormittags: Gerichtsverhandlung – Anklage verlesen, Zeugen befragen, Plädoyer halten, Strafmaß fordern. Nachmittags: Neue Fälle auf dem Schreibtisch – Anzeigen prüfen, Haftbefehle beantragen, mit der Polizei telefonieren. Bereitschaftsdienst: Eilentscheidungen bei Durchsuchungen, Festnahmen und Haftbefehlen, auch nachts und am Wochenende.
Die Justiz sucht Nachwuchs – viele Staatsanwaltschaften sind unterbesetzt. Für die Einstellung sind hervorragende Examensnoten nötig (in der Regel Prädikatsexamen, mindestens 'vollbefriedigend'). Die Verbeamtung bietet Jobsicherheit und Pension, das Gehalt liegt aber deutlich unter der Privatwirtschaft. Wer die Herausforderung und die gesellschaftliche Verantwortung sucht, findet hier einen der spannendsten juristischen Berufe.