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Batterieingenieur/in (Battery Engineer)

4.5007.500 € / MonatStudium Chemie, Materialwissenschaft, Elektrotechnik, Verfahrenstechnik oder Physik. Spezialisierung auf Elektrochemie/Batterietechnik.Zukunftsberufe & Neue Berufsfelder
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Berufsprofil

Batterieingenieure entwickeln die Energiespeicher der Zukunft: Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos, Festkörperbatterien der nächsten Generation, Natrium-Ionen-Zellen als günstige Alternative und stationäre Speicher für die Energiewende. Die Batterie ist die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts – ohne bessere Batterien keine E-Mobilität, keine Energiewende, keine tragbare Elektronik. Europa baut mit dem European Battery Alliance eine eigene Batterie-Industrie auf: Northvolt (Schweden), CATL und BYD (Werke in Europa), ACC (Stellantis/Mercedes/TotalEnergies), PowerCo (VW) und Varta investieren Milliarden. Deutschland wird zum Batterie-Standort: Gigafactories in Salzgitter (VW), Heide (Northvolt), Kaiserslautern (ACC) und Ellwangen (Varta). Batterieingenieure arbeiten auf verschiedenen Ebenen: Materialforschung (neue Kathodenmaterialien, Elektrolyte), Zelldesign (Energiedichte, Lebensdauer, Sicherheit), Pack-Entwicklung (Thermomanagement, BMS), Produktionstechnik (Gigafactory-Prozesse) und Recycling (Second Life, Materialrückgewinnung). Die Gehälter sind hervorragend – der Wettbewerb um Batterie-Fachkräfte ist international, und Europa hat einen massiven Aufholbedarf gegenüber Asien. Wer heute in die Batterietechnik einsteigt, hat 30+ Jahre Karriere vor sich.

Typische Aufgaben

  • 1Entwicklung und Optimierung von Batteriezellen (Kathode, Anode, Elektrolyt, Separator)
  • 2Elektrochemische Charakterisierung und Testing (Zyklen, Kapazität, Lebensdauer)
  • 3Thermomanagement für Batteriepacks (Kühlung, Heizung, Sicherheit)
  • 4Batteriemanagementsystem (BMS) Entwicklung und Kalibrierung
  • 5Zelldesign: Pouch, Prismatisch oder Zylindrisch – Vor-/Nachteile abwägen
  • 6Produktionsprozess-Entwicklung für die Gigafactory (Beschichtung, Stacking, Formation)
  • 7Sicherheitstests: Thermal Runaway, Nagel-Test, Crash-Simulation
  • 8Second-Life-Konzepte: Wie können Automotive-Batterien stationär weiterverwendet werden?
  • 9Recycling-Prozesse: Materialrückgewinnung (Lithium, Kobalt, Nickel, Mangan)
  • 10Forschung: Festkörperbatterien, Natrium-Ionen, Silizium-Anoden, neue Chemien

Gefragte Kompetenzen

Elektrochemie und Batteriechemie (Li-Ion, LFP, NMC, NCA)Materialwissenschaft (Kathodenmaterialien, Elektrolyte, Separatoren)Messtechnik: Impedanzspektroskopie (EIS), Zyklierung, KalorimetrieCAE/Simulation: COMSOL, ANSYS, Battery-ModellierungProduktionstechnik: Beschichtung, Kalandrierung, Stacking, ElektrolytbefüllungSicherheitstechnik und Normen (IEC 62660, UN 38.3, ECE R100)Projektmanagement für F&E-ProjekteDatenanalyse (Python, MATLAB)Qualitätsmanagement und statistische ProzesskontrolleEnglischkenntnisse (internationale Forschung und Kooperationen)

Karrierepfade

  • Senior Battery Engineer / Cell Development Lead
  • Projektleiter/in Batterieentwicklung
  • Head of Battery Technology
  • VP Engineering bei Batteriezellhersteller
  • CTO bei Battery-Startup
  • Forschungsleitung Batterietechnik an Hochschule (Fraunhofer, KIT, RWTH)

Typischer Arbeitstag

Morgens: Zyklier-Daten der neuen Zelle auswerten – 500 Lade-Entlade-Zyklen, Kapazitätsverlust nur 3%. Vielversprechend! Vergleich mit der Referenzzelle. Welcher Degradationsmechanismus dominiert? Post-Mortem-Analyse planen: Zelle aufschneiden, Kathode unter dem Elektronenmikroskop untersuchen. Vormittags: Neue Kathoden-Beschichtung im Labor herstellen – Slurry anmischen (NMC-Pulver, Binder, Leitruß, Lösemittel), auf die Kupferfolie beschichten, trocknen, kalandrieren. Schichtdicke und Porosität messen. Jeder Mikrometer zählt. Nachmittags: Sicherheitstest – was passiert wenn man einen Nagel durch die Zelle treibt? Thermal-Runaway-Test in der Sicherheitskammer. Video-Analyse: Bei welcher Temperatur beginnt die Zelle zu gasen? Wann fängt sie Feuer? Ergebnisse mit dem Sicherheitskonzept des Batteriepacks abgleichen. Spätnachmittags: Projekt-Meeting mit dem Produktionsteam der neuen Gigafactory – Übergang vom Labormaßstab (1 Zelle/Tag) auf Produktionsmaßstab (10.000 Zellen/Tag). Welche Prozessschritte skalieren linear, welche nicht? Engpässe identifizieren: Elektrolytbefüllung und Formation sind die Flaschenhälse.

Arbeitsmarkt & Zukunftsaussichten

Einer der am stärksten wachsenden Ingenieurberufe weltweit. In Europa werden in den nächsten 10 Jahren geschätzt 800.000 Arbeitsplätze in der Batterie-Wertschöpfungskette entstehen. VW (PowerCo), Northvolt, ACC, CATL und weitere bauen Gigafactories in Deutschland. Tesla, BMW und Mercedes entwickeln eigene Zellen. Forschungsinstitute (Fraunhofer ISI, ZSW, MEET Münster) sind weltweit führend. Die Gehälter liegen 15-25% über dem normalen Ingenieur-Level, weil der internationale Wettbewerb um Fachkräfte enorm ist. Standorte: Stuttgart, München, Braunschweig, Salzgitter, Aachen, Münster.

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