Ladeinfrastruktur-Planer sorgen dafür, dass Elektroautos überall geladen werden können. Sie planen den Ausbau von Ladestationen – an Autobahnen, in Innenstädten, auf Firmenparkplätzen und in Wohngebäuden. Der Beruf verbindet Elektrotechnik, Stadtplanung, Energiemanagement und Wirtschaftlichkeitsberechnung. Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 eine Million öffentliche Ladepunkte zu haben – aktuell sind es rund 100.000. Dieser zehnfache Ausbau braucht tausende Planer, Ingenieure und Projektmanager. Gleichzeitig muss das Stromnetz die zusätzliche Last bewältigen: Wenn abends Millionen E-Autos gleichzeitig laden, braucht es intelligentes Lademanagement und Netzausbau. Ladeinfrastruktur-Planer arbeiten bei Energieversorgern (EnBW, E.ON, Vattenfall), Ladeinfrastruktur-Betreibern (Allego, Ionity, ChargePoint), Automobilherstellern (Mercedes, VW), Immobilienunternehmen, Kommunen und Ingenieurbüros.
Morgens: Standort-Screening für neue Schnellladestation an der A8 – Verkehrsaufkommen analysieren, Netzanschlusskapazität beim lokalen Netzbetreiber anfragen, Grundstücksoptionen prüfen. Vormittags: Netzanschlussplanung für einen Gewerbepark – der Kunde möchte 20 Ladepunkte für Mitarbeiter-E-Autos. Das Gebäude hat nur 200 kW Anschlussleistung, die Ladepunkte brauchen 440 kW. Lösung: Intelligentes Lastmanagement – nie alle gleichzeitig auf voller Leistung. Oder: PV-Anlage auf dem Dach + Batteriespeicher als Puffer. Nachmittags: Fördermittelantrag bei der KfW vorbereiten – Ladeinfrastruktur wird mit 200-900 EUR pro Ladepunkt gefördert. Antrag stellen, technische Dokumentation zusammenstellen. Spätnachmittags: Baustellenbesichtigung – die HPC-Ladestation (350 kW) wird aufgestellt. Kabelverlegung prüfen, Trafostation kontrollieren, Inbetriebnahme planen. In 2 Wochen sollen hier die ersten E-Autos in 20 Minuten von 10 auf 80% laden können.
Explosives Wachstum. Die EU-Verordnung AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation) schreibt den Ausbau von Ladeinfrastruktur verpflichtend vor. Fördermittel fließen in Milliardenhöhe. Energieversorger, Ladeanbieter, Automobilhersteller und Kommunen suchen dringend Planer und Ingenieure. Die Gehälter steigen, weil der Wettbewerb um Fachkräfte intensiv ist. Besonders gefragt: Planer die sowohl die Elektrotechnik als auch die Wirtschaftlichkeit verstehen.